European Communication Monitor 2016

Autoren: Ansgar Zerfaß, Ralph Tench, Dejan Vercic, Piet Verhoeven, Angeles Moreno.

Erschienen auf: www.communicationmonitor.eu

Im Rahmen des internationalen Forschungsprojektes "European Communication Monitor 2016" wurden 2.710 Kommunikationsprofis aus PR-Agenturen und PR-Abteilungen von Unternehmen in 43 europäischen Ländern im März 2016 online zum Status und den Perspektiven Ihrer Arbeit befragt. Diese internationale Umfrage wird seit 10 Jahren regelmäßig durchgeführt. Die Studie wird gemeinsam von der European Public Relations Education and Research Association (EUPRERA) und der European Association of Communication Directors (EACD) organisiert und von führenden Professoren europäischer Universitäten unter der Leitung von Ansgar Zerfaß von der Universität Leipzig durchgeführt.

Fazit: Mehr als 72% der Befragten PR-ExpertInnen glauben, dass Big Data die Kommunikationsbranche substanziell verändern wird. Jedoch nutzt nur etwa ein Fünftel (21%) entsprechende Tools auch in ihrer Kommunikationsarbeit. In Österreich sind es nicht einmal 10%. Dabei unterstreicht die Studie, dass es den PR-Fachkräften nicht nur am Wissen zu Big Data mangelt, sondern auch an den Kompetenzen, aus der Datenflut einen entsprechenden Benefit für die Kommunikationsarbeit zu schlagen. Nur jeder Zweite interessiert sich für das Thema und kann Big Data einigermaßen klar definieren. Von den Unternehmen und Organisationen, die bereits Big-Data-Aktivitäten implementiert haben, nutzen etwas mehr als die Hälfte diese Insights für die strategische Positionierung ihrer Kommunikationsanstrengungen.

Die meisten der befragten Kommunikatoren sind sich zudem des Potenzials von Automatisierungen und Algorithmen in der Online-Kommunikation und für Suchmaschinen bewusst. Drei von vier KommunikationsmanagerInnen halten es für wichtig, sich den Algorithmen von Online-Anbietern anzupassen, doch nur ein Drittel macht dies auch in der Praxis.

Fast sechs von zehn Kommunikationsprofis sehen Social Media Influencer als wichtig für strategische Kommunikationsarbeit an. Vier von zehn geben an, auch spezifische Instrumente einzusetzen, um Social Media Influencer zu identifizieren.

Was das Zeitbudget in ihrer Arbeit betrifft, verbringen die Kommunikatoren in einer typischen Woche 36,2% ihrer Zeit mit operativer Kommunikationsarbeit (z.B. JournalistInnen-Kontaktpflege, Schreiben von PR-Texten), 27,8% mit Management (z.B. Budgeting, Planen, Personalführung), 18,8% mit reflektierenden Aktivitäten (z.B. Abgleich mit Zielen und Stakeholdern) und 17,2% mit Coaching und Training.

Im Jahr 2016 ist zum ersten Mal Face-to-Face-Kommunikation das wichtigste Kommunikationsinstrument, noch vor Social Media und Online-Kommunikation. Stagnierend bzw. rückläufig ist die Bedeutung von klassischen Media Relations mit TV, Radio und Print.

Die 10-jährige Jubiläumsausgabe der Studie liefert auch Langzeitvergleiche über die Trends in der Kommunikationsbranche. Auf der Basis von rund 21.000 Datensätzen zeigt sich, dass die strategische Vereinbarkeit von Organisations- und Kommunikationszielen die größte Herausforderung in der Kommunikationsarbeit bleibt. Mindestens 42% der Befragten bestätigen dies in jedem Jahr.

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