Media Power in Politics

Autoren: Günther Lengauer, Patrick Donges und Fritz Plasser
Erschienen in: Pfetsch, Barbara (Hrsg.) (2014). Political Communication Cultures in Europe. Attitudes of Political Actors and Journalists in Nine Countries. New York: Palgrave Macmillan, 171-195.

Die wissenschaftliche Studie versucht die politische(n) Kommunikations-Kultur(en) in Westeuropa zu ergründen und befragte dazu 2.500 politische KommunikationsexpertInnen in neun Ländern, darunter auch Österreich. In Österreich wurden dazu knapp 300 JournalistInnen, PolitikerInnen und PR-ExpertInnen zum Verhältnis zwischen Politik und Medien befragt. Die österreichische Forschungsgruppe wurde von Fritz Plasser und Günther Lengauer geleitet. Dieser Abschnitt der Studie geht vor allem der Frage nach der Macht der Medien aus westeuropäischer Perspektive nach und beschreibt, welche Eliten die Macht der Medien wie einschätzen.

Fazit: Mehr als ein Drittel (37%) der politischen Kommunikationseliten sehen, dass die Medien und nicht die Politik die politische Agenda bestimmen. Das ist die Mehrheit der Befragten, da demgegenüber nur 28 Prozent die Politik als Herr über die politische Agenda sehen. Weitere 54 Prozent glauben, dass die Medien über politische Karrieren entscheiden. Somit wird den Medien von den politischen Kommunikations-Eliten in Westeuropa große Macht in Bezug auf politischen Output (Agenda) als auch auf politischen Outcome (Karriere) zugeschrieben.

Wenn es darum geht, welchen Mediengruppen besonders großer politischer Einfluss zugeschrieben wird, nimmt Österreich eine besondere Stellung ein. Zum einen wird in Österreich im westeuropäischen Vergleich von allen Ländern der Qualitätspresse der geringste politische Einfluss zugestanden. Nur 21 Prozent der Befragten sehen einen hohen Einfluss der Qualitätspresse auf die Politik. In Skandinavien liegen diese Werte deutlich über 80 Prozent. Demgegenüber wird in Österreich der Boulevard-Presse mit 86 Prozent die größte politische Macht zugeschrieben – im westeuropäischen Durchschnitt liegt dieser Wert bei 47 Prozent. Hier liegt Österreich deutlich an der Spitze im Ländervergleich.

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