Machen Inserate den Ton? Einfluss der Parteianzeigen auf die redaktionelle Berichterstattung

Autoren: Günther Lengauer und Lore Hayek
Erschienen in: Fritz Plasser (Hrsg.) (2012). Erfolgreich Wahlkämpfen. Massenmedien und Wahlkampagnen in Österreich. Wien: Facultas, 163-187.

Diese Studie zeigt zunächst den enormen Stellenwert von Partei-Tageszeitungsanzeigen im österreichischen Wahlkampf auf und widmet sich im Besonderen der Frage, ob es nachweisbare Zusammenhänge zwischen den Anzeigenvolumina, die Parteien in Tageszeitungen im Wahlkampf schalten, und der Über- und Unterbewertung der entsprechenden Parteien und Spitzenkandidaten gibt.

Fazit: In den Boulevardzeitungen Österreich und Heute zeigt sich tatsächlich ein Zusammenhang zwischen der Unter- und Überbewertung der Spitzenkandidaten und den Anzeigenvolumen ihrer Parteien in diesen Medien. Inserate wirken somit zumindest punktuell nicht nur bei LeserInnen, sondern auch in der Redaktion einiger Medien. Die Qualitätspresse erweist sich als stärker resistent, was den Einfluss von Anzeigenvolumen auf die Berichterstattung betrifft.

Zudem zeigt die Studie, dass die österreichischen Parteien in den finalen sechs Wochen des Nationalratswahlkampfes 2008 nicht weniger als 8,7 Millionen Euro in Tageszeitungsinserate investierten – die SPÖ dabei 2,6 Mio. und die ÖVP 2,9 Mio. Am meisten profitierten Kronen Zeitung (1,8 Mio.), Österreich (1,3 Mio.), Kleine Zeitung (1,2 Mio.) und Heute (0,8 Mio.) von Parteienwerbungen im Wahlkampf.

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