Contest framing and its effects on voter (de)mobilization. News exposure and its impact on voting turnout in the 2008 Austrian elections

Autoren: Günther Lengauer und Iris Höller
Erschienen in: Javnost – The Public, Vol. 19, 2012, No. 4, 73-92

Im Zentrum dieser empirisch, wissenschaftlichen Analyse steht die Frage, in welchem Ausmaß die Wahlkampfberichterstattung in Boulevard- und Qualitätsmedien in Österreich im Wahlkampf 2008 von Horse-Race-Berichterstattung geprägt war. Darunter ist die nicht sachpolitische Berichterstattung über „Wer liegt im Rennen vorne, wer liegt hinten“ bzw. zu Umfragen zum Stand der Parteien in der WählerInnengunst zu verstehen. Diese Studie kombiniert eine umfassende Inhaltsanalyse von Print- und TV-Berichterstattung in Boulevard- und Qualitätsmedien sowie die WählerInnen-Befragung im Rahmen des Wahlkampfes 2008. Die Ausgangsthese der Studie geht davon aus, dass je stärker der Wahlkampf durch die Medien als „Wettkampf“, als „enges Rennen“, als konfrontativ und dramatisiert gerahmt wird, desto eher sehen sich WählerInnen involviert und desto eher sind sie bereit, auch an der Wahl teilzunehmen, weil sie medial den Eindruck vermittelt bekommen, es steht etwas auf dem Spiel, es wird knapp.

Fazit: Zunächst zeigt die Inhaltsanalyse, dass die Berichterstattung in den Boulevardmedien (Kronen Zeitung, Österreich, ATV Aktuell) leicht konfrontativer, deutlich dramatisierter und deutlich Horse-Race-zentrierter ist  als die Politikberichterstattung der Qualitätsmedien (Der Standard, Die Presse, ORF Zeit im Bild). In Regressionsanalysen kann zusätzlich nachgewiesen werden, dass der Grad der allgemeinen Mediennutzung (viel bzw. wenig) keine Auswirkung auf die Wahlbeteiligung der österreichischen WählerInnen hat, die Berührung mit Horse-Race-Journalismus jedoch sehr wohl einen nachweisbaren negativen Einfluss auf die Wahlbereitschaft der ÖsterreicherInnen ausübt. Je mehr die WählerInnen in der konsumierten Berichterstattung dem Stand des Wettrennens und Umfragen dazu ausgesetzt sind, desto weniger sind diese bereit, an der Wahl teilzunehmen.

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