Einsatz von Kommunikationsmittel

Autoren: Günther Lengauer und Andreas Paradis (2016, im Erscheinen).
Kommunikationsmanagement in Österreich. (Selbst)Verständnis - Praxis - Relevanz - Controlling.
COMMPASS Institut für Kommunikations-Controlling, Innsbruck


Im Rahmen der Untersuchung "Kommunikationsmanagement in Österreich" hat das COMMPASS Institut für Kommunikations-Controlling 122 PR-Eliten aus Top-500-Unternehmen, Kommunikationsagenturen und PRVA-Mitgliedern zum Status und den Perspektiven Ihrer Arbeitspraxis befragt. Die Befragung wurde im Dezember 2015 durchgeführt. Dabei wurde unter anderem der Einsatz von konkreten Kommunikationsmitteln durch die PR Professionals untersucht.

Fazit: Die Untersuchung zeigt, dass die klassische Medienarbeit von den befragten Kommunikationseliten in Österreich am deutlich häufigsten praktiziert wird. So sind Presseaussendungen (Mittelwert 5,52 auf einer Einsatz-Skala von1 "nie" bis 6 "regelmäßig"), die persönliche Kontaktpflege mit JournalistInnen und BloggerInnen (Mittelwert 5,42) sowie Interviews mit Massenmedien (Mittelwert 5,14) die mit Abstand am häufigsten eingesetzten Kommunikationsmittel. Erst dahinter folgen Social Media-Aktivitäten (Mittelwert 4,65). Am unteren Ende der Anwendungsskala finden sich die Werbung im öffentlichen Raum (Plakate etc.), Sponsoring, die Werbung im Internet sowie Inserate und Spots in den klassischen Massenmedien. Diese marketingbezogenen Instrumente werden am wenigsten häufig eingesetzt.

Abbildung: Einsatz von Kommunikationsmitteln

Die persönliche Kontaktaufnahme mit JournalistInnen oder BloggerInnen liegt im konkreten Kommunikationsmitteleinsatz bei den befragten KommunikatorInnen hinter klassischen Presseaussendungen auf Platz zwei in der Einsatzhäufigkeit. Face-to-Face-Kommunikation nimmt somit eine äußerst zentrale Rolle in der täglichen Arbeit der PR-Profis in Österreich ein. Dieser Befund wird auch vom European Communication Monitor 2016 sowohl für PR Professionals in Europa im Allgemeinen als auch für jene in Österreich im Speziellen bestätigt (Zerfaß et al. 2016). Die Langzeituntersuchung zeigt die Face-to-Face-Kommunikation 2016 erstmals an der Spitze der wichtigsten Kommunikationskanäle europäischer PR-Professionals.

Zwischen Männern und Frauen in der befragten österreichischen Kommunikationselite gibt es in Bezug auf den konkreten Einsatz von Kommunikationsmitteln keine statistisch signifikanten Unterschiede. Das Geschlecht spielt im Einsatz der Kommunikationsmittel somit keine entscheidend differenzierende Rolle in der österreichischen PR-Praxis.

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