Media Logics and Changes in News Reporting

Autoren: Patrick Donges, Nicklas Hakansson und Günther Lengauer
Erschienen in: Pfetsch, Barbara (Hrsg.) (2014). Political Communication Cultures in Europe. Attitudes of Political Actors and Journalists in Nine Countries. New York: Palgrave Macmillan, 196-218.

Die wissenschaftliche Studie untersucht die politische(n) Kommunikations-Kultur(en) in Westeuropa und befragte dazu 2.500 politische KommunikationsexpertInnen in neun Ländern, darunter auch Österreich. In Österreich wurden dazu knapp 300 JournalistInnen, PolitikerInnen und PR-ExpertInnen zum Verhältnis zwischen Politik und Medien befragt. Die österreichische Forschungsgruppe wurde von Fritz Plasser und Günther Lengauer geleitet. Dieser Abschnitt der Studie geht vor allem der Frage nach, wie sich die Medienlogik und die Politikberichterstattung vergleichend in der Wahrnehmung der ExpertInnen verändert.

Fazit: In allen abgefragten Dimensionen der Medien-Logik bzw. der Stilformen der politischen Berichterstattung sehen PolitikerInnen deutlicher die Phänomene wie Entertainisierung, Entpolitisierung, Privatisierung oder Negativität als es die JournalistInnen selbst erkennen (wollen).

Sowohl JournalistInnen und PolitikerInnen bestätigen am eindeutigsten den Trend zu taktischen Aspekten in der Politikberichterstattung – also eine Art Entsachlichung. Nicht das Sachthema steht im Fokus, sondern die Politik als Wettkampf, als sportliche Metapher. Nicht weniger als 52 Prozent der befragten JournalistInnen bestätigen einen starken Trend dahingehend. Bei den PolitikerInnen sind es sogar 72 Prozent. An zweiter Stelle liegt der Trend, Politik als Entertainment zu vermitteln. 49 Prozent der JournalistInnen und 66 Prozent der befragten PolitikerInnen sehen diese Entwicklung. An dritter Stelle folgt ein verwandtes Phänomen. Die Medien würden es zunehmend vermeiden, über komplexe Sachverhalte zu informieren. Das bestätigen 42 Prozent der JournalistInnen und 67 Prozent der PolitikerInnen.

Am wenigsten Zustimmung findet der Trend, dass Medien weniger als früher über Politik berichten würden. Dies sehen nur 27 Prozent der JournalistInnen und 34 Prozent der PolitikerInnen so.

In Bezug auf Österreich wird deutlich, dass hierzulande vor allem eine zunehmende Negativität in der Politikberichterstattung attestiert wird – und zwar sowohl von JournalistInnen (48%) als auch von den PolitikerInnen (71%). Fast ebenso deutlich werden Trends der Entertainisierung der Berichterstattung in Österreich bestätigt – 55 Prozent der JournalistInnen sehen diese Entwicklung, ebenso wie 64 Prozent der PolitikerInnen. Bei den österreichischen JournalistInnen wird am deutlichsten der Trend hin zur Entertainisierung bestätigt (55 Prozent), bei den PolitikerInnen ist es eindeutig die Negativität (71 Prozent).

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