Candidate and party bias in the news and its effects on party choice

Autoren: Günther Lengauer und David Johann
Erschienen in: Studies in Communication Sciences 13 (1), 2013, 41-49

In dieser Studie wird untersucht, ob sich in der Tagespresse klare Unterstützungen und Gegnerschaften zu den Kanzlerkandidaten Werner Faymann (SPÖ) und Wilhelm Molterer (ÖVP) sowie deren Parteien im Wahlkampf 2008 erkennen lassen und wie sich dies auf das Wahlverhalten der ÖsterreicherInnen auswirkt. Dabei wird eine umfassende Inhaltsanalyse der Tageszeitungsberichterstattung mit der Wahlbefragung 2008 analytisch kombiniert.

Fazit: Vor allem in der Boulevardpresse (Kronen Zeitung und Österreich) zeigt sich eine deutliche Stilisierung als Duell zwischen den beiden Parteichefs der Großparteien, wobei Werner Faymann als „Good Cop“ und Wilhelm Molterer als „Bad Cop“ stilisiert wird. In der Qualitätspresse ist diese Duellisierung nicht mehr so deutlich und einheitlich ausgeprägt. Entscheidend ist allerdings der Befund der Studie, dass sowohl die mediale Bevorzugung und Benachteiligung von Parteien als auch deren Parteichefs einen statistisch nachweisbaren Einfluss auf die Wahlentscheidung der ÖsterreicherInnen im Wahlkampf 2008 hatten. Je stärker die ÖsterreicherInnen mit Bevorzugungen von Parteien und Spitzenkandidaten in den Medien konfrontiert sind, desto eher sind sie bereit, auch für diese Partei zu stimmen.

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